Die 10 Charakteristika der Wertanalyse (WA).
1. Ganzheitliche Betrachtungsweise

Lösungen für Probleme/Aufgaben sind für ein Unternehmen meist nur dann sinnvoll, wenn alle bedeutsamen Einflüsse aus dem Unternehmen selbst und aus seiner Umwelt berücksichtigt worden sind. Bewußte Überlegungen, ob und wie sehr einzelne Einflüsse im jeweiligen Projekt berücksichtigt werden müssen, reduzieren das Risiko einseitiger Betrachtungen und das Ziehen ungerechtfertigter Schlüsse aufgrund mangelhafter Informationsgrundlagen.
2. Interdisziplinäre Gruppenarbeit

Nur die problem- und aufgabenorientiert zusammengesetzte Gruppe aus Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmensbereiche sichert die erforderliche Wissenstiefe und -breite und fördert gegenseitige Anregung. Einseitige Betrachtungen, die Favorisierung von "Lieblingsideen" und die Realisierung von "Insellösungen" werden dadurch verhindert.
3. Fokus auf Funktionen und Kosten

Eine an seinen Funktionen orientierte und somit von seinen Bestandteilen losgelöste Analyse eines Wertanalyse-Objektes erleichtert neben einer Kostenanalyse das Erkennen von Detailproblemen und von Ansätzen für oftmals neuartige/innovative Lösungen. Die konsequente Beschäftigung mit den Funktionen des Wertanalyse-Objektes zwingt zur Beantwortung vielfältiger Fragen und führt zu einem tiefen Verständnis der Ausgangssituation und zukünftiger Zustände.
4. Struktur durch Arbeitsplan

Ein in Grund- und Teilschritte gegliedertes Vorgehen erleichtert systematisches Arbeiten und erhöht die Wahrscheinlichkeit, ausgezeichnete Ergebnisse bei zugleich wirtschaftlichem Aufwand zu erreichen. Der Arbeitsplan liefert Orientierung und fördert zugleich die Disziplin im Vorgehen.
5. Eigenständige Projektarbeit

Eine auf die jeweilige Organisationsform des Unternehmens und auf das "Tagesgeschäft" der Teammitglieder abgestimmte Projektarbeit sichert die erforderliche Flexibilität und Qualität im Ablauf. Vorausschauende Integration und Planung der Ressourcen unterstützen die Wertanalyse-Bemühungen im Rahmen des Projektmanagements.
6. Anwendungsneutraler Einsatz

Die Wertanalyse kann ohne Änderung ihrer Grundsätze auf Probleme und Aufgaben unterschiedlicher Art wie Produktverbesserung, Konzeptentwicklung und Ablaufoptimierung angewendet werden. Zielsetzung des Projekts, wirtschaftliche Kriterien und das individuelle Wertanalyse-Umfeld bilden oft die wesentliche Grundlage für die Entscheidung über den Einsatzbereich der Wertanalyse.
7. Orientiert an möglichst quantifizierten Zielvorgaben

Klare Zielformulierungen fördern die Konzentration der Wertanalyse-Arbeiten auf das Wesentliche und steigern dadurch die Effizienz des gesamten Wertanalyse-Projektes. Sie beeinflussen die Arbeitsintensität in ihren Bestandteilen Arbeitstiefe und -breite.
Die Überprüfung der Zielerreichung und somit der Nachweis des Projekterfolges wird durch meßbare Kenngrößen wesentlich erleichtert.
8. Problem- und prozeßorientierte Informationsverarbeitung

Die Einzigartigkeit jeder Wertanalyse aufgrund der Aufgabenstellung, der Gruppenzusammensetzung und anderer Einflüsse erfordert stets eine daran angepaßte Informationsverarbeitung. Diese wird in ihrer Tiefe und Breite und in ihrem Inhalt und Ablauf unter Einsatz der Moderationsmethode situativ bestimmt und gefördert. Dieses Vorgehen liefert "Körper und Fleisch auf das methodische Skelett des Wertanalyse-Arbeitsplans".
9. Wertschätzung des einzelnen und Eingehen auf seine Individualität

Menschliche Eigenheiten und Eigenschaften wie Engagement, Kommunikationsvermögen und Veränderungsbereitschaft prägen zwangsweise die Qualität der Wertanalyse-Arbeit als Ergebnis menschlicher Anstrengungen und sind somit stets bewußt zu berücksichtigen. Nur dann wird auch das Umsetzen von Lösungen erfolgreich sein. Wertschätzung und Toleranz sind die Schlüssel für erfolgreiche Gruppenarbeit.
10. Anwendung von Regeln für schöpferisches Arbeiten

Die Berücksichtigung von aus Wissenschaft und Praxis gewonnenen Empfehlungen zur Förderung kreativer und innovativer Prozesse im einzelnen und in der Gruppe erhöht die Wahrscheinlichkeit, neuartige und originelle, zugleich aber auch aktuelle und brauchbare Lösungsansätze zur Zielerreichung zu entwickeln. Offenheit und angenehmes Arbeitsumfeld fördern Kreativität und Spontaneität.